Luftverschmutzung geht uns alle an. Sorgen wir gemeinsam für eine bessere Luftqualität. Der motorisierte Verkehr nimmt immer mehr zu, die Abgase und der Hausbrand belasten Mensch und Umwelt schwer. Die Bevölkerung hat ein Anrecht auf Schutz vor dieser Gefahr. Politik und Verwaltung haben die Pflicht, Ursachen zu benennen und Maßnahmen zur Verbesserung zu ergreifen.
Das Monatsthema November: Feinstaub
Inhaltsverzeichnis
Was ist Feinstaub?
Feinstaub ist eine hochkomplexe Mischung aus mehreren Tausenden von chemischen Verbindungen. Dazu gehören etwa Metalle, Salze, Schwefel- und Kohlenstoffverbindungen.
Der motorisierte Verkehr gehört zu den wichtigsten Faktoren, denn gerade beim Autofahren werden viele ultrafeine Partikel produziert, die gesundheitsschädlich sein können. Dazu gehören neben den Verbrennungsabgasen auch der Reifenabrieb, Abriebanteile des Straßenbelages und Aufwirbelung von Feinstaub.
Deshalb ist es notwendig, vor allem auf die Schadstoffquelle Verkehr einzuwirken, denn nach Schätzungen stammen bis zu 2/3 der Gesamtemissionen vom inner- und außerörtlichen Verkehr.
Feinstaub ist die Gesamtbezeichnung für sehr kleine Staubteilchen. Sie werden in drei Kategorien eingeteilt:
- PM10-Feinstaub: < 10 μm (grobe Partikel, inhalierbarer Feinstaub)
- PM2,5-Feinstaub: < 2,5 μm (feine Partikel, lungengängiger Feinstaub)
- PM0,1-Feinstaub: < 0,1 μm (ultrafeine Partikel)
Die Zusammensetzung des Feinstaubs kann je nach Zeit und Ort extrem variieren. Und: Feinstaub verändert sich im Laufe der Zeit. Die Feinstaubteilchen bleiben nicht so, wie sie dem Auspuff eines Dieselfahrzeugs entweichen. Sie können andere toxische Stoffe aus der Luft absorbieren oder mit diesen reagieren (z.B. Ozon) und neue Schadstoffe bilden.
Gesundheitliche Folgen
Bei erhöhter Luftverschmutzung leiden die Menschen vermehrt an Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dies geht aus den Ergebnissen der Studie des Landesressorts für Gesundheit und Sozialwesen „Analyse der kurzfristigen Auswirkungen der Luftverschmutzung in der Autonomen Provinz Bozen“ (2005) hervor.
Außerdem konnte ein klarer Zusammenhang zwischen dem Anstieg der PM10-Werte in der Luft und den stationären Aufnahmen im Krankenhaus von Bozen nachgewiesen werden. Demnach kann bei einem Anstieg der Feinstäube von 10 μg/m3 das Erkrankungsrisiko um bis zu 12 Prozent ansteigen.
Auswirkungen auf Atemwege
Bei Menschen, die bereits an Atemwegserkrankungen leiden, führt Feinstaub rascher zu einer Verschlechterung des gesundheitlichen Wohlbefindens als bei gesunden Menschen. Bei erhöhter Feinstaubkonzentration häufen sich Atemwegsprobleme hauptsächlich bei älteren Menschen, Kindern, Asthmatikern und Rauchern.
Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System
Über das Blut werden die ultrafeinen Partikel ins Herz transportiert, wo sie Rhythmusstörungen verursachen können. Bei erhöhter Feinstaubbelastung in städtischen Ballungszentren treten mehr Fälle von Herzinfarkten, plötzlichem Herztod und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf als sonst.
Der Weg in den Körper
Der Feinstaub gelangt über die Atemwege in die Lunge. Dabei kommen beim Atmen durch die Nase weniger Feinstaubteilchen in die Lunge als durch den Mund. Je kleiner die Partikel sind, desto eher werden sie in tieferen Bereichen der Lunge deponiert. Der Körper kann die ultrafeinen Teilchen nur schwer wieder loswerden, denn sein Abwehrsystem ist auf größere Partikel eingestellt.
PM10 und noch kleinere Staubpartikel gelten als besonders gesundheitsschädigend. An ihnen haften meist giftige Stoffe aus Autoabgasen, die über die Lunge ins Blut aufgenommen werden und so zu anderen Organen wandern. An den Innenwänden der Atemwege befinden sich Härchen, die wie kleine Besen den Feinstaub und andere größere Fremdkörper von der Lunge fernhalten. PM10, PM2,5 und PM1 Feinstäube sind aber so klein, dass die Abwehrfunktion der Härchen nur sehr begrenzt wirkt.
Umwelttipps
Um die Umwelt nicht unnötig zu belasten, genügt es, einige einfache Regeln zu befolgen. Dabei werden Treibstoff und Kosten gespart und – die Umwelt geschont und damit auch die eigene Gesundheit.
Der Umwelt zuliebe...
- Regelmäßige Umwelt-Checks in der Kfz-Werkstatt
- Spritfressende Brems- und Beschleunigungsvorgänge vermeiden, Schwung nutzen
- Motor beim Stehen abstellen
- Auf unnötige Lasten im Kofferraum verzichten
- Geschwindigkeit auf Autobahn konstant zwischen 100 und 130 km/h halten
- Auf optimalen Reifendruck achten und hochwertigen Schmierstoff verwenden
- Niedertourig fahren verbraucht bis zu 30 Prozent weniger Sprit
- Windschnittig fahren und Luftwiderstand durch Dachträger vermeiden: Das spart bis zu 5 Liter Sprit auf 100 km.
- Mit Energie haushalten: sparsam mit der Klimaanlage umgehen
Einheitliche Grenzwerte
Erstmals gelten in der EU einheitliche Grenzwerte für Luftschadstoffe, die sich am vorbeugenden Gesundheitsschutz orientieren. Die Grenzwerte für PM10 sind:
- 50 μg/m³ als Tagesmittelwert, der nicht öfter als 35 Tage im Jahr überschritten darf
- 40 μg/m³ als Jahresmittelwert.
Eine Zusammenfassung der Gesetzgebungen zum Thema Umwelt - Luftverschmutzung finden Sie auf der Internetseite der Europäischen Union.
Südtirol
Messung der Luftschadstoffe in Südtirol
Die Landesumweltagentur betreibt insgesamt 14 Messstationen zur ständigen Beobachtung der Luftsituation. Sie befinden sich in Bozen, Leifers, Neumarkt, Salurn, Rittner Horn, Meran, Latsch, Brixen, Schrambach, Bruneck und Sterzing.
Aufgrund seiner Lage im Gebirge erlebt Südtirol während der Wintermonate sehr oft thermische Inversionslagen, welche den Luftaustausch verhindern.
Besonders in den Ballungszentren werden die Grenzwerte in Bezug auf die Luftschadstoffe häufig überschritten. Deshalb müssen Maßnahmen ergriffen werden, welche eine Verminderung der Feinstaubbelastung auch bei kritischen meteorologischen Situationen gewährleisten können.
Die aktuelle Luftqualität kann auf der Hompage der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol abgerufen werden.
Maßnahmen
ABKOMMEN “Mehrjahresprogramm für die Luftqualität“ zwischen der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol und den Gemeinden: Bozen – Leifers - Branzoll - Pfatten - Eppan - Meran – Algund – Tirol – Marling – Tscherms - Lana - Burgstall - Brixen - Vahrn - Bruneck - St. Lorenzen.
Detaillierte Informationen finden Sie im Mehrjahresprogramm für die Luftqualität.
Die 16 Gemeinden, in welchen die Grenzwerte für die Luftqualität überschritten sind, sind dazu verpflichtet ein Programm für die Reduzierung der Luftverschmutzung umzusetzen.
Das Abkommen ist unterteilt in folgende Maßnahmenbereiche:
Motorisierter Verkehr
Mobilität, Heizung
Baustellen, Straßenreinigung
Information und weitere Maßnahmen.
Alle Maßnahmen sind nach dem Verursacherprinzip ausgerichtet.
Neu im Winter 2007/08!!
Allen Fahrzeughaltern in Südtirol wird eine Schadstoffklassen-Vignette zugeschickt, die an der Frontscheibe des Fahrzeuges anzubringen ist.
Im Winter 2007/08 sind erstmals auch Fahrzeuge der Euro 1-Klasse und alle Zweitakt-Motorräder (mit und ohne Katalysator) von den Verkehrseinschränkungen (Vorsorgemaßnahmen) betroffen.
Die Sondermaßnahmen (verschärfte Fahrverbote laut Aktionsplan) gelten heuer nicht mehr in den Talkesseln Brixen und Bruneck, sondern nur in den Talkesseln Bozen und Meran.
Fahrverbot für Fahrzeuge "EURO 0", "EURO 1" sowie alle Zweitaktmotorräder (mit und ohne Katalysator).
In der Umweltzone: von 7:00 – 10:00 Uhr und von 16:00 – 19:00 Uhr an allen Wochentagen (mit Ausnahme von Samstag und Sonntag und allfälligen Feiertagen).
In der Fußgängerzone: Fahrverbot 7 Tage die Woche, ganztägig (von 0.00 bis 24.00 Uhr einschließlich an Sonn- und Feiertagen)
Sondermaßnahmen (Fahrverbote laut Aktionsplan)
Bei andauernder Überschreitung der Feinstaub-Grenzwerte gilt ein Fahrverbot für Fahrzeuge „EURO 0“ und „EURO 1“, alle mit Diesel betriebenen Fahrzeuge (ohne Filter), Zweitaktmotorräder.
Fahrverbot von 7:00 – 19:00 Uhr.
Was passiert in Zukunft?
Die Maßnahmen sind in zwei Anwendungsbereiche gegliedert: Das Vorbeugungsmehrjahresprogramm und der Aktionsplan.
Die Vorbeugemaßnahmen sehen in den Wintermonaten eine durchgehende Verkehrsbeschränkung in den Zeiten des höchsten Verkehrsaufkommens vor. Bei anhaltend hohen Luftschadstoffkonzentrationen tritt der Aktionsplan in Kraft. In diesem Fall sind noch strengere Verkehrseinschränkungen vorgesehen.
Die Verkehrseinschränkungen betreffen die emissionsintensivsten Fahrzeuge. Das Ziel ist deren Austausch oder deren Umrüstung.
Das Ziel für das Jahr 2010 ist ein allgemeines Fahrverbot für alle emissionsintensiven Fahrzeuge, d.h. für alle Zweitakt-Motorräder und alle Dieselfahrzeuge mit relevanten Feinstaubemissionen. Das “Ziel 2010” ist somit schon heute eine wirksame Aufforderung zum Neuankauf von Fahrzeugen oder deren Umrüstung.
Lösungen
Die gefährlichen Feinstäube vermeiden und doch mobil bleiben – das ist die Herausforderung für die Südtirolerinnen und Südtiroler. Aufgabe des Landes ist es, alternative Mobilitätsangebote zu schaffen. Es geht darum, Verkehr grundsätzlich zu vermeiden und auf umweltfreundliche Weise zu verlagern.
Es muss nicht immer das eigene Auto sein. Wer auf das Auto verzichten aber trotzdem mobil bleiben möchte, für den gibt es in Südtirol interessante Alternativen.
Gasbetriebene Fahrzeuge (Erdgas / Flüsiggas) sind umweltschonender als benzin- oder dieselbetriebene Fahrzeuge. Sie sind von den Fahrverboten ausgenommen.
Dieselfahrzeuge gehören zu den schlimmsten Luftverschmutzern. Mittlerweile können fast alle Dieselfahrzeuge mit einem Rußpartikelfilter gekauft oder nachgerüstet werden. Falls der Partikelfilter nachträglich eingebaut wird, ist die Wirkung nur 1/3 gegenüber eines Serienpartikelfilters.
Suchen Sie sich eine Mitfahrgelegenheit oder bieten Sie einen Platz in ihrem Auto an. Ein aktiver Beitrag zur Verminderung der Verkehrsbelastung
Aktionen in Südtirol
Infokampagne "Aktiv für gute Luft"
Neue Servicenummer 848 881 122 (grüne Nummer) der Kampagne "Aktiv für gute Luft"
Das zweisprachige Callcenter ist für die Bürger täglich von Montag bis Freitag, jeweils von 7 Uhr bis 11 Uhr und von 17 bis 21 Uhr zu erreichen. Ziel ist es, das Informationsdefizit der Bevölkerung über Luftverschmutzung und dessen gesundheitliche Folgen zu beseitigen und eine neue Mobilitätskultur einzuleiten.
Weitere Infos
SMS-Infodienst Fahrverbote
Die Bürger werden über den „SMS-Infodienst Fahrverbote“ informiert, sobald verschärfte Fahrverbote drohen bzw. in Kraft treten. Die Infos via SMS beziehen sich auf die betroffenen Talkessel (Bozen, Meran, Brixen).
Aktionen in Italien
Accordo nel Nord Italia - Stop alle auto il 25 febbraio
Contro lo smog, il Nord Italia stringe un patto. Lombardia, Piemonte, Veneto, Emilia Romagna e le Province autonome di Trento e Bolzano hanno deciso di adottare una strategia comune per combattere gli effetti dell'inquinamento atmosferico. E come prima mossa, le cinque Regioni hanno fissato la giornata senz'auto comune in tutto il Nord Italia: il 25 febbraio non si circolerà in un terzo della penisola.
Regione Lombardia
La Giunta Regionale della Lombardia, nella seduta del 26 ottobre 2006, ha approvato, con delibera n. 3398, i criteri e le modalità di attuazione del Piano di azione per il contenimento e la prevenzione degli episodi acuti di inquinamento atmosferico, relativamente al periodo dal 1 novembre 2006 al 31 marzo 2007 .
Gli interventi previsti dal Piano d'azione riguardano:
- Fermo del traffico nelle giornate da lunedì a venerdì, escluse le giornate festive infrasettimanali, dalle ore 8.00 alle ore 12.00 e dalle ore 16.00 alle ore 20.00, dei veicoli non catalizzati;
- Divieto di utilizzo di biomassa legnosa in apparecchi a basso rendimento per il riscaldamento domestico degli edifici, nel caso siano presenti altri impianti per riscaldamento alimentati con altri combustibili ammessi;
- Obbligo di spegnimento dei motori degli autobus nella fase di stazionamento ai capolinea e dei motori dei veicoli merci durante le fasi di carico/scarico, in particolare nelle zone abitate;
- Divieto di combustione all'aperto di materiale di origine vegetale;
- Divieto di climatizzazione di cantine, ripostigli, scale, box, garage, depositi, ecc.;
- Una giornata di fermo totale della circolazione dei veicoli, individuata, in sintonia con le altre Regioni del bacino padano, da disporre con successivo provvedimento della Giunta regionale.
Fermo totale programmato
La Giunta regionale, in attuazione del Piano d'azione per il contenimento e la prevenzione degli episodi acuti di inquinamento atmosferico per l'autunno- inverno 2006/2007 ha disposto, con d.g.r. n. 4035 del 24/01/2007, il fermo totale del traffico nelle giornate del 28 gennaio e del 25 febbraio 2007, dalle ore 8,00 alle ore 20,00.
Il fermo si applica nelle zone critiche di Milano, Como, Varese, Bergamo e nell'agglomerato di Brescia.
Per consentire lo svolgimento di un evento socialmente rilevante, nel Comune di Como è possibile cricolare dalle 13,00 alle 20,00 del 28 gennaio.
Fatte salve diverse o ulteriori determinazioni dei Sindaci interessati dal Piano d'Azione, durante il blocco possono circolare:
- gli autoveicoli elettrici;
- gli autoveicoli ibridi e bimodali;
- gli autoveicoli con motore ad accensione comandata alimentati a carburanti gassosi (metano, g.p.l.) dotati di catalizzatore e omologati ai sensi della direttiva 91/441/CEE e successive direttive, immatricolati a partire dal 1 gennaio 1993 o immatricolati in precedenza purché conformi alla citata direttiva 91/441/CEE;
- gli autoveicoli ad accensione spontanea (diesel), conformi alla direttiva 98/69/CE-B e successive direttive, muniti di dispositivo antiparticolato omologato, come risultante dal libretto di circolazione e/o come da dichiarazione rilasciata dal costruttore del veicolo o dal concessionario o dall'installatore;
- gli autoveicoli ad accensione comandata (benzina) di classe Euro 4, conformi alla direttiva 98/69/CE-B e successive direttive.
Informazioni sul sito della Regione Lombardia.
Österreich
Im Winter auf der Autobahn Tempo 100
Tirol war eines der ersten Bundesländer, das sich massiv für die Einhaltung der Luftschadstoffwerte eingesetzt hat. Bereits im vergangenen Winter wurde ein Tempolimit von 100 km/h auf dem Autobahnabschnitt Imst – Landeck verordnet. Aus diesem Zeitraum liegen daher auch schon Ergebnisse über das Reduktionspotential vor. Der Stickoxidausstoß sank beim Pkw um 19%, die Feinstaubemissionen bei den Abgasen sogar um 24%.
Das Potential zur Verringerung von Schadstoffemissionen ist daher sehr groß. Zusätzlich sind aber auch die Treibstoffersparnisse zu berücksichtigen. Zwischen Imst und Landeck wurde im Vergleich zum Vorjahr um 12% weniger Sprit von Pkws verbraucht. Dies schont die Umwelt (durch Reduktion der Treibhausgase) und insbesondere auch die Geldtasche.
Berechnungen für das Unterinntal ergeben, dass in einem Jahr eine Treibstoffersparnis von 3 Millionen Euro gegeben ist.
Das Tempolimit mit 100 km/h wurde auf dem Abschnitt der A12 zwischen der Staatsgrenze bei Kufstein und der Anschlussstelle Zirl West verordnet. Außerdem tritt auch wieder die Geschwindigkeitsreduktion zwischen Imst und Landeck wie vergangenen Winter in Kraft.
Das Tempolimit gilt in beiden Fällen nur im Winterhalbjahr. In weiterer Folge wird das Tempolimit über die Verkehrsbeeinflussungsanlage, in Abhängigkeit von Luft- und Verkehrssituation, gesteuert. Sobald dies technisch möglich ist, gilt Tempo 100 nur mehr an Tagen mit hoher Luftbelastung. Die Vorarbeiten für dieses flexible System laufen. Dies ermöglicht einen hoch wirksamen und zugleich nachvollziehbaren Einsatz des Tempolimits.
EU-Life Projekt KAPA GS
Im Rahmen des EU-LIFE Projektes KAPA GS (Klagenfurts Anti PM10 Aktionsprogramm mit Graz und Südtirol) werden verschiedene Verursachergerechte Maßnahmen in den Handlungsfeldern MIV-Verminderung/ÖV-Attraktivierung, Straßenreinigung/Winterdienst und Hausbrand mit Hilfe eines verdichteten Luftgütemessnetzes und eines Rechenmodells im Echtbetrieb in den beteiligten Städten getestet und evaluiert. Ziel des Projektes ist es, Maßnahmen zu finden, die bei dauerhafter Umsetzung zu einer spürbaren Reduktion der Feinstaubbelastung führen und welche auch auf andere Belastungsgebiete übertragbar sind.
Informationen zum Projekt finden Sie auf der Hompage FEIN!Staub frei.
Politik für weniger Feinstaub in Graz
Die Stadt Graz setzt bzw. plant folgende Schritte zur Feinstaubreduzierung:
• Informationskampagne für die Bevölkerung
• Förderung von autofreien Tagen
• Reduktion der Splittstreuung in Tempo-30-Zonen
• Verbesserung des öffentlichen Verkehrs
• Förderung von „sanfter Mobilität“ (Radfahrer, Fußgänger, ...)
• Umstellung des eigenen Fuhrparks auf Fahrzeuge mit Partikelfilter bzw. alternativen Antrieben
Wirtschaft für weniger Feinstaub in Graz
Die Wirtschaftsbetriebe werden um Mithilfe für weniger Feinstaub in Graz erbeten und dazu werden folgende Wege vorgeschlagen:
• Förderung des PKW-Verzichts bei allen MitarbeiterInnen
• Initiieren von Fahrgemeinschaften
• Anpassung der Betriebszeiten an die Fahrzeiten des öffentlichen Verkehrs
• Umstellung der Firmenflotte auf Fahrzeuge mit Partikelfilter bzw. alternativen Antrieben
• Förderung von „sanfter Mobilität“ (Radfahrer, Fußgänger, ...)
• Einführung eines autofreien Tages für MitarbeiterInnen, die beruflich mit dem Auto unterwegs sind
• Reduktion der Feinstaubbelastung in der Produktion durch verbesserte Abgasanlagen
Alle GrazerInnen für weniger Feinstaub in Graz
Alle GrazerInnen und die BewohnerInnen der Umlandgemeinden werden ersucht, folgende Ratschläge zu beherzigen:
• Wahl eines freiwilligen autofreien Tages - Projekt: Verzichten Sie freiwillig einen Tag auf Ihr Auto
• Umstieg auf andere Verkehrsmittel wie Fahrräder, Bus, Straßenbahn, die eigenen Füße, Roller Skates,
• Durch sorgfältige Planung lassen sich viele Autofahrten vermeiden – z.B.: Schreiben Sie Einkaufslisten und planen sie Ihre Einkäufe sorgfältig – wer nichts vergisst, muss nur einmal fahren!
• Erziehen Sie auch Ihre Kinder zu sanfter Mobilität!
• Bilden Sie Fahrgemeinschaften mit KolegInnen, FreundInnen und NachbarInnen – nicht nur für den Berufsverkehr, sondern auch bei gemeinsamen Ausflügen oder Einkaufstouren
• Wenn Sie einen neuen Diesel-PKW kaufen: Entscheiden sie sich für ein Modell mit Partikelfilter
• Umstellung des eigenen Fuhrparks auf Fahrzeuge mit Partikelfilter
• Wenn Sie noch eine alte Heizung (z.B. Holz oder Kohle betreiben, sollten Sie auf umweltverträglichere Heizenergie (z.B. Erdgas oder Fernwärme) umstellen. Sie verbessern nicht nur die Luftqualität, sondern reduzieren auch Ihre Heizkosten und helfen, Energie zu sparen!
Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Stadt Graz.
Deutschland
Auf der Internetseiter des Umweltbundesamtes finden Sie eine Sammlung aller Links, die Luftreinhaltepläne, Aktionspläne und Maßnahmenpläne in Deutschland betreffen.
Maßnahmen und Aktionen in München
Für den Luftreinhalteplan wurden von den städtischen Fachdienststellen geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der lufthygienischen Situation zusammengeführt, insbesondere:
- Umleitung des LKW-Transitverkehrs
- Einrichtung einer "Umweltzone"
- Einbeziehung des Umlandes
Umleitung des LKW-Transitverkehrs
Die Stadt München hat der Regierung von Oberbayern ihr mit den betroffenen Umlandgemeinden abgestimmtes Umleitungskonzept für den Lkw-Transitverkehr vorgelegt. Das Konzept ist nun abgestimmt und sieht vor, das Stadtgebiet so weit wie möglich für alle Lkw über 3,5 Tonnen Gewicht und ohne Ziel und Quelle in München zu sperren und diese auf den Autobahnring (A 99) umzuleiten. Transit-Lkw werden damit auf die hierfür ausgerichtete Autobahn verbannt und belasten nicht mehr unnötig den Mittleren Ring und andere städtische Straßen.
Einrichtung einer Umweltzone
Im Dezember letzten Jahres veröffentlichte der Bund eine klare Regelung, welche Fahrzeuge vom Fahrverbot in der Umweltzone betroffen sein werden. Dabei zeigte sich ein überraschendes Ergebnis. Bei den Benzinfahrzeugen werden bestimmte Fahrzeuge mit geregeltem Katalysator (G-Kat) der Schadstoffgruppe 1 zugeordnet und sind damit von den Fahrverboten in der Umweltzone bedroht. In München sind davon nach derzeitiger Schätzung etwa 20.000 der zugelassenen Fahrzeuge betroffen.
Das Referat für Gesundheit und Umwelt vertritt die Haltung, dass die betroffenen G-Kat Fahrzeuge von Fahrverboten ausgenommen werden müssen, da sie sowohl bei den Partikel- als auch den Stickoxid-Emissionen den anderer G-Kat-Fahrzeugen entsprechen.
Zuständig für die Erstellung des Entwurfes zur Fortschreibung des Luftreinhalteplans für München, in den die Maßnahme Umweltzone aufzunehmen ist, bevor sie umgesetzt werden kann, ist die Regierung von Oberbayern. Die verbindliche Festlegung der Maßnahme Umweltzone erfolgt durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. Aufgabe der Landeshauptstadt München in diesem Verfahren ist es, aus ihrem Zuständigkeitsbereich Beiträge und Vorschläge zu Maßnahmen einzubringen. Um das weitere Vorgehen zur Einführung der Umweltzone zu klären, wird es daher ein Gespräch mit der Regierung von Oberbayern und dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz geben.
Ob die Einführung der Umweltzone zum 01.10.2007 eingehalten werden kann, hängt von der Lösung dieses Problems zwischen Bund und Ländern sowie von der Durchführung der weiteren Verfahrensschritte ab.
Einbeziehung des Umlandes
Als Plangebiet wurde von der Regierung von Oberbayern zunächst das Stadtgebiet der Landeshauptstadt ausgewiesen. Auf Grund der großen Pendlerströme (zirka 500.000 Fahrzeuge pro Tag in jede Richtung) und der damit auch im Stadtgebiet verbundenen Schadstoffbelastungen ist die Einbeziehung des Umlandes eine zentrale Forderung der Vollversammlung des Stadtrates.
Im Gespräch vom 3. Februar 2006 wurde vereinbart, dass die Erweiterung des Plangebietes von der Regierung vorangetrieben wird. Zeithorizont für die Umsetzung ist das Frühjahr 2007. Derzeit werden Gutachten seitens des LfU und TÜV zur Vorbereitung der Entscheidung eingeholt. Die Regierung wird noch im Frühjahr 2006 die betroffenen Kommunen einbeziehen.
Weitere Aktionen und Maßnahmen:
Kennzeichnungsverordnung
Verschärfung der Brennstoffverordnung
Steuerliche Förderung von Dieselrußfiltern kommt
Mobilitätsportal "Gscheid mobil"
Öffentlicher Nahverkehr
Bus mit Füßen
Praktikable Alternative: Das Erdgasauto
Praktikable Alternative: Mit Biodiesel tanken
Mit dem Fahrrad fit bleiben und Geld sparen
Der Fahrradklimatest 2005
"Mit dem Rad zur Arbeit"
Schon probiert: Mit dem Fahrrad in den Urlaub
Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Stadt München.